DIY-Putzmittel im Überblick: So geht's
15. Juli 2026Essigreiniger, Bodenreiniger und Co. selber machen: Rezepte, Dosierung und worauf du achten solltest.
Inhaltsverzeichnis
Für die meisten Reinigungsaufgaben im Haushalt brauchst du keine teuren Spezialprodukte. Essig und ein paar altbekannte Hausmittel wie Natron oder Zitronensäure reichen oft aus, um Küche, Bad und andere Bereiche sauber zu bekommen. Das spart Geld, Platz im Putzschrank und meistens auch einige Plastikflaschen.
Ganz ohne Einschränkungen funktionieren die selbst hergestellten Reinigungsmittel aber nicht. Manche Oberflächen wie Naturstein vertragen Essigsäure schlecht und bei einer hartnäckigen Verkalkung brauchst du mit Hausmitteln oft mehr Geduld als mit einem Spezialprodukt. Wenn du weißt, welches Mittel wofür geeignet ist, kannst du trotzdem sehr viel selbst reinigen, ohne für jeden Fleck ein eigenes Produkt kaufen zu müssen.
Diese Zutaten brauchst du für deine DIY-Putzmittel
Ein wichtiger Sicherheitshinweis vorab: Verschiedene Reiniger solltest du nie miteinander mischen. Besonders wenn chlorhaltige Produkte auf Säuren wie Essig oder Zitronensäure treffen, kann giftiges Chlorgas entstehen. Verwende deshalb immer nur ein Mittel pro Reinigungsschritt und spüle gründlich nach, bevor du zu einem anderen wechselst.
Für die meisten DIY-Putzmittel reichen Zutaten aus dem Küchenschrank oder vom Drogeriemarkt:
- Essig oder Essigessenz löst Kalk und wirkt leicht gegen Bakterien. Haushaltsessig hat etwa 5 Prozent Säure, Essigessenz bis zu 25 Prozent und braucht deshalb mehr Wasser zum Verdünnen.
- Zitronensäure funktioniert ähnlich wie Essig, riecht neutraler und schneidet bei manchen Anwendungen sogar zuverlässiger ab.
- Natron ist leicht basisch, löst Fett und bindet Gerüche. Trifft Natron auf Säure, schäumt es sichtbar auf. Das sieht nach viel Reinigungskraft aus, neutralisiert die Wirkung aber teilweise.
- Kernseife reinigt mild und eignet sich für empfindliche Oberflächen wie Naturstein.
- Ätherische Öle sorgen vor allem für Duft, können je nach Sorte leicht antibakteriell wirken, ersetzen aber kein Desinfektionsmittel.
Essigreiniger selber machen
Für einen einfachen Essigreiniger mischst du Wasser und Haushaltsessig im Verhältnis eins zu eins in einer Sprühflasche. Verwendest du stattdessen Essigessenz, verdünnst du sie stärker: ein Teil Essigessenz auf acht bis zehn Teile Wasser reicht aus. Bei hartnäckigem Kalk erhöhst du den Essiganteil und lässt den Reiniger ein paar Minuten einwirken, bevor du mit klarem Wasser nachwischst.
Wofür er sich eignet
Essigreiniger wirkt zuverlässig auf Fliesen und Chrom-Armaturen. Auch auf Glas hinterlässt er keine Schlieren, wenn du ihn stark genug verdünnst und mit einem Mikrofasertuch nachwischst.
Wo du ihn besser nicht einsetzt
Naturstein wie Marmor reagiert empfindlich auf die Säure und bekommt schnell matte Flecken. Auch Silikonfugen und Gummidichtungen werden mit der Zeit porös, wenn sie regelmäßig mit Essig in Kontakt kommen.
Küchenreiniger selber machen
In der Küche hast du es oft mit Fett, Spritzern und leichten Kalkspuren zu tun. Essig hilft vor allem gegen Kalk, bei Fett kommt er aber schnell an seine Grenzen. Ein paar Tropfen mildes Spülmittel im Essigreiniger verbessern die Fettlösung deutlich, ohne dass der Reiniger seine Wirkung gegen Kalk verliert.
Für Arbeitsplatte und Spüle reicht die verdünnte Essig-Wasser-Mischung mit dem Spülmittel-Zusatz. Bei eingebrannten Verschmutzungen am Herd hingegen hilft eine Paste aus Natron und etwas Wasser. Trag sie auf die Fläche auf, lass sie kurz einwirken und wische sie mit einem feuchten Tuch ab.
Für den Kühlschrank eignet sich Essig weniger gut, weil Lebensmittel den Geruch schnell annehmen. Zitronensäure wirkt hier neutraler und entfernt gleichzeitig Gerüche.
Bodenreiniger selber machen

Beim Boden kommt es vor allem auf den Belag an und ein Fehlgriff wird hier schnell teuer.
Fliesenboden
Fliesenböden vertragen die verdünnte Essig-Wasser-Mischung aus dem Essigreiniger-Rezept problemlos, solange du die Fugen nicht dauerhaft damit tränkst.
Parkett und Laminat
Hier wird es heikler. Verdünne den Essig stärker, etwa einen Schuss auf einen Eimer Wasser, und wische nur nebelfeucht. Zu viel Feuchtigkeit lässt Laminat aufquellen und greift die Versiegelung von Parkett an. Alternativ reichen ein bis zwei Tropfen mildes, klares Spülmittel auf einen Eimer Wasser: mehr sollte es nicht sein, sonst hinterlässt es selbst Schlieren.
Naturstein
Auf Marmor oder Travertin gehört Essig gar nicht erst aufs Tuch, weil die Säure die Oberfläche dauerhaft schädigt. Hier ist Kernseife die bessere Wahl: Löse ein Stück davon in warmem Wasser auf und wische damit wie gewohnt. Kernseife entsteht durch Verseifung von Fett mit Lauge und reinigt mild, ohne die empfindliche Steinoberfläche anzugreifen.
Orangenreiniger selber machen ohne Essig
Als Alternative zu Essig bieten sich Orangenschalen an: Sie enthalten einen eigenen Wirkstoff namens Limonen, der zur Gruppe der Terpene gehört und Fett- sowie Klebstoffreste löst.
Für den Reiniger sammelst du die Schalen von drei bis vier Orangen, am besten von Bio-Ware. Gib sie in ein verschließbares Glas und übergieße sie mit hochprozentigem Spiritus oder Doppelkorn, bis sie vollständig bedeckt sind. Nach etwa einer Woche an einem dunklen Ort hat sich das Limonen aus der Schale gelöst. Du seihst die Flüssigkeit ab und verdünnst sie mit der zwei- bis dreifachen Menge Wasser, je nachdem wie stark der Reiniger wirken soll.
Der Reiniger eignet sich für Fettflecken auf Arbeitsflächen und für Klebstoffreste, etwa von Etiketten. Auf lackierten Möbeln solltest du hingegen vorsichtig sein, weil Limonen auch Lack angreifen kann.
Der Duft ist ein netter Nebeneffekt: Zitrusdüfte gelten in der Riechforschung als stimmungsaufhellend, was den Orangenreiniger zu einer angenehmen Alternative zu Essig macht.
WC-Reiniger mit Schaum selber machen
Der Schaumeffekt entsteht durch eine einfache Reaktion zwischen Säure und Base. Natron ist leicht basisch, Zitronensäure sauer, und beim Kontakt mit Wasser entsteht Kohlendioxid. Die Bläschen lockern Schmutz von der Oberfläche, richtig sauber wird es aber vor allem durch die Zitronensäure selbst. Das Natron ist also eher fürs Sprudeln als für die Reinigungskraft da.
So gehst du vor
- Streue zwei bis drei Esslöffel Natron in die Toilette und gib die gleiche Menge Zitronensäure dazu.
- Lass die schäumende Mischung zehn bis fünfzehn Minuten einwirken.
- Reinige die Toilette anschließend gründlich mit der Toilettenbürste und spüle nach.
Willst du die Mischung vorbereitet aufbewahren, presst du Natron und Zitronensäure mit etwas Wasser zu kleinen Tabs und lässt sie über Nacht trocknen. Ein paar Tropfen ätherisches Öl geben den Tabs einen frischen Duft.
Worauf du bei selbstgemachten Putzmitteln achten solltest

Ein selbstgemachter Reiniger ersetzt zwar die Chemiekeule aus dem Drogeriemarkt, bleibt aber trotzdem ein Reinigungsmittel und gehört entsprechend behandelt.
- gekaufte Reiniger nie mischen – besonders chlorhaltige Produkte reagieren mit Essig oder Zitronensäure zu giftigem Chlorgas.
- Beschrifte jede Flasche mit Inhalt und Datum.
- Verdünnte Essig- oder Zitronensäure-Mischungen halten sich kühl und dunkel gelagert etwa zwei bis drei Monate. Trübung oder ein veränderter Geruch bedeuten: neu ansetzen.
- Bewahre Reiniger außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
- Fülle sie niemals in leere Getränkeflaschen um.
- Mische, wie eingangs erwähnt, nie verschiedene Reiniger miteinander.
Ein Punkt geht bei Hausmitteln oft unter. Nicht jedes Mittel wirkt gleich gut gegen Keime. Eine Untersuchung zur Keimbeseitigung auf Oberflächen zeigt, dass klassische Essigreiniger bei wissenschaftlichen Keimtests eher schwach abschneiden. Zitronensäure wird in Reinigern oft zusätzlich eingesetzt: Sie wirkt ebenfalls kalklösend, riecht aber neutraler als reiner Essig. Für den Kühlschrank oder Schneidebretter ist sie deshalb eine praktische Alternative.
Fazit

Essig und Zitronensäure allein decken die meisten Reinigungsaufgaben im Haushalt ab, ergänzt durch Natron und Kernseife für die Fälle, in denen Säure nicht infrage kommt. Bei wertvollen Böden aus Naturstein oder empfindlichen Oberflächen wie geöltem Holz lohnt sich vorher ein Test an einer unauffälligen Stelle: So siehst du, wie das Material reagiert, bevor du die ganze Fläche behandelst, und vermeidest Schäden, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Im Zweifel hilft eine Einschätzung vom Experten weiter,der sich mit besonderen Oberflächen auskennt.
Quellen
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: https://www.stmelf.bayern.de/bildung/hauswirtschaft/keimbeseitigung-auf-oberflaechen/index.html (abgerufen am 05. Juli 2026)
Essigherstellung.at: https://www.essigherstellung.at/tools/berechnungen/essig-verduennnen/ (abgerufen am 07. Juli 2026)
gesund.co.at: https://gesund.co.at/wirkung-von-dueften-25171/ (abgerufen am 07. Juli 2026)
IKW – Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel: https://www.ikw.org/haushaltspflege/presse/sicherer-umgang-mit-wasch-pflege-und-reinigungsmitteln (abgerufen am 05. Juli 2026)
Internetchemie: https://www.internetchemie.info/chemie-lexikon/stoffe/z/zitronensaeure.php (abgerufen am 05. Juli 2026)
MWK Natursteinhandel: https://mwk-natursteinhandel.de/naturstein-lexikon/weichgesteine/travertin-lexikon/ (abgerufen am 05. Juli 2026)

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