Quereinstieg ins Handwerk: So geht's

28. Januar 2026

Ein Quereinstieg ins Handwerk ist für viele der Schritt in Praxis, Kreativität und Zukunftssicherheit. So gelingt dir der Einstieg!

Handwerk: Nahaufnahme eines Handwerkers beim Arbeiten mit Holz und Werkzeug Foto von Austin Ramsey auf Unsplash

Du überlegst, im Handwerk neu anzufangen? Vielleicht hast du das Gefühl, im Bürojob festzustecken, du sehnst dich nach mehr Bewegung, mehr Kreativität oder willst endlich wieder etwas mit den eigenen Händen schaffen. Oder du willst einfach etwas komplett Neues ausprobieren und suchst nach Perspektiven, die wirklich Zukunft haben. Gute Nachricht: Ein Quereinstieg ins Handwerk ist heute gefragter denn je – und absolut machbar.

Warum das Handwerk ideal für einen Quereinstieg ist

Handwerk bedeutet Vielfalt und echte Ergebnisse, die du sehen und anfassen kannst. Und vor allem bedeutet es eines: Jobsicherheit. Wenn du bisher aus anderen Bereichen kommst – Büro, Gastronomie, Verkauf, Kreativbranche oder sogar Studium – kann das Handwerk ein Ort für einen echten Neustart sein.

Hohe Nachfrage durch Fachkräftemangel

Wenn man sich die Altersstruktur in handwerklichen Betrieben betrachtet, wird schnell klar, dass Führungspositionen häufig von Frauen und Männern mit einem Alter über 50 besetzt sind. Was passiert nun, wenn diese in den Ruhestand gehen? Viel zu oft fehlt dann qualifizierter Nachwuchs im Betrieb. Genau deshalb sind Handwerksbetriebe in diesen Situationen für die Idee des Quereinstiegs offen und suchen sogar explizit danach.

Auch wenn man sich Stellenanzeigen anschaut, zeigt sich sehr oft, dass gezielt nach Quereinsteiger:innen gesucht wird. Auf Online-Jobportalen lassen sich mittlerweile die Angebote gezielt danach filtern, ob diese für einen Quereinstieg geeignet sind. Was vielen vielleicht nicht bewusst ist: Selbst mit einem Studienabbruch kann man im Handwerk einen Quereinstieg wagen. Durch das Abitur wird die Dauer der Ausbildung um ein Jahr verkürzt. Auch die Weiterbildung zum Meister kann trotz Studienabbruch nach der Ausbildung angehängt werden.

Viele Tätigkeiten erfordern keine vorherige Ausbildung

Je nach Beruf kannst du direkt starten, angelernt werden oder dich nach und nach weiterqualifizieren.

Gute Aufstiegschancen

Im Handwerk stehen dir viele Wege offen: Vom Einstieg als Helfer:in kannst du dich zum Handwerksgesellen:in weiterentwickeln – und mit genügend Erfahrung sogar eine Meisterqualifikation oder eine Position in der Betriebsleitung erreichen. Wenn du dranbleibst, kannst du dir Schritt für Schritt eine starke berufliche Perspektive aufbauen.

Sinnvolle Arbeit mit sichtbarem Ergebnis

Wenn du gerne praktisch arbeitest, ist das Handwerk einer der erfüllendsten Bereiche überhaupt. Du baust, gestaltest, reparierst, erschaffst – und siehst, was du geleistet hast.

Welche handwerklichen Berufe eignen sich besonders für den Quereinstieg?

Nicht alle Berufe setzen eine abgeschlossene Ausbildung voraus. Viele Betriebe sind bereit, neue Mitarbeitende intensiv einzuarbeiten. Hier eine beispielhafte Übersicht von handwerklichen Bereichen, in denen Quereinsteiger:innen willkommen sind:

1. Bau und Ausbau

  • Trockenbau
  • Malerarbeiten
  • Bodenverlegung
  • Fliesenlegen
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Montagearbeiten

2. Haustechnik und Installation

  • Sanitärinstallation
  • Heizung und Klima
  • Elektrohilfstätigkeiten (unter Anleitung)

3. Holz und Möbel

  • Tischler- oder Schreinerhelfer
  • Möbelmontage
  • Küchenmontage
Handwerk: Nahaufnahme eines Handwerkers beim Arbeiten mit Holz und Werkzeug
Foto von Austin Ramsey auf Unsplash

4. Metall und Fahrzeugtechnik

  • Metallbearbeitung
  • KFZ-Helfer
  • Lager- und Werkstattmitarbeiter

5. Kreative und gestalterische Handwerke

  • Raumausstattung
  • Dekoration
  • Maßanfertigung im Wohnbereich

Viele dieser Berufe bieten Quereinsteiger:innen einen niedrigschwelligen Einstieg, ohne dass du viele theoretische Vorkenntnisse brauchst.

Was solltest du mitbringen, wenn du im Handwerk starten willst?

Du musst nicht perfekt sein – viele Fähigkeiten kannst du lernen. Aber einige Eigenschaften helfen dir besonders:

  • Körperliche Grundfitness: Nicht jeder handwerkliche Beruf ist körperlich extrem. Viele Betriebe achten darauf, dich schonend einzuarbeiten. Doch körperliche Aktivität gehört meist dazu.
  • Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft: Handwerksbetriebe legen großen Wert auf Pünktlichkeit und Motivation. Wenn du bereit bist, Neues zu lernen, bist du schon auf dem richtigen Weg.
  • Praktische Fähigkeiten oder technisches Interesse: Du musst nicht handwerklich perfekt sein. Aber Spaß an praktischen Tätigkeiten macht den Einstieg leichter.
  • Teamfähigkeit: Viele handwerkliche Tätigkeiten werden im Team erledigt – ein gutes Miteinander ist Gold wert.

Wie läuft der Quereinstieg ins Handwerk konkret ab?

Wenn du dich jetzt dazu entschieden hast, in einen handwerklichen Beruf quer einzusteigen und dich beruflich weiterzuentwickeln, sind natürlich die ersten Schritte am wichtigsten:

Aushilfsjob oder Praktikum

Am leichtesten einen Einblick in das neue Berufsfeld zu erlangen, funktioniert natürlich über ein Praktikum oder einen Aushilfsjob. Hierbei können erste Erfahrungen gesammelt werden, die in der späteren Bewerbung positiv auffallen. Zudem ist nach einem erfolgreich absolvierten Praktikum eine Übernahme in den Betrieb nicht ganz unwahrscheinlich.

Fachwissen aneignen

Ein weiterer Schritt in Richtung des neuen Berufsfeldes ist das Aneignen von entsprechendem Fachwissen. Vor einem Einstieg kannst du entsprechende Seminare und Förderprogramme besuchen. Dort erhältst du wichtiges Fachwissen und bekommst die richtigen Werkzeuge an die Hand. Die Kurse sind entsprechend genau auf Quereinsteiger:innen ausgelegt und vermitteln in kurzer Zeit das benötigte Wissen. Die Seminare sind tatsächlich von Region zu Region unterschiedlich. Am besten bekommst du die entsprechenden Informationen bei der Bundesagentur für Arbeit.

Bewerbung für einen Quereinstieg

Und vor dem Einstieg steht dann natürlich die Bewerbung. Obwohl eine entsprechende Ausbildung im handwerklichen Beruf (noch) fehlt, kannst du mit einigen Vorteilen in deiner Bewerbung punkten. Normalerweise sind die Berufseinsteiger:innen noch relativ jung und unerfahren. Bei einem Quereinstieg kannst du deshalb mit Lebens- und Berufserfahrung positiv auffallen. Und selbst wenn du beispielsweise eine Ausbildung in einem anderen Bereich gemacht hast, verfügst du vielleicht über Fachkompetenzen, die in den neuen Arbeitsbereich übertragen werden können.

Quereinstieg ins Handwerk: Herausforderungen und wie du sie meisterst

Ein Quereinstieg ins Handwerk bringt viele Chancen, aber natürlich auch ein paar Herausforderungen mit sich. Das ist ganz normal, denn du betrittst ein neues Berufsfeld, das anders funktioniert als klassische Büro- oder Dienstleistungsjobs.

Lernkurve am Anfang

Neue Werkzeuge, neue Abläufe, neue Materialien – das kann überwältigend sein.
Die meisten Quereinsteiger:innen merken schon nach wenigen Wochen, wie viel sie bereits sicher beherrschen.

Körperliche Umstellung

Wenn du aus einem Bürojob kommst, kann die körperliche Tätigkeit am Anfang anstrengend sein. Viele Betriebe unterstützen dich dabei, gesund und sicher zu arbeiten.

Theoretische Grundlagen

Einige Gewerke erfordern theoretisches Wissen, das du dir schrittweise aneignest – teils im Betrieb, teils durch Kurse.

Wie du den passenden Betrieb findest

Damit du einen geeigneten Betrieb für den Quereinstieg ins Handwerk findest, kannst du diese Tipps berücksichtigen:

  • Suche Betriebe, die ausdrücklich Quereinsteiger:innen erwähnen
  • Sprich direkt mit Handwerksmeister:innen – viele freuen sich über motivierte Bewerber:innen
  • Nutze regionale Vermittlungsstellen
  • Frage bei Volkshochschulen und Handwerkskammern nach Kursen oder Einstiegsprogrammen
  • Schreibe Initiativbewerbungen – gerade kleine Betriebe reagieren positiv auf Eigeninitiative

Fazit: Quereinstieg ins Handwerk – machbar, sinnvoll, zukunftssicher

Ein Quereinstieg ins Handwerk ist kein Traum, sondern ein realistischer beruflicher Neustart. Wenn du nach Arbeit suchst, die dich erfüllt, dir neue Perspektiven eröffnet und dir echte berufliche Sicherheit bietet, dann kann das Handwerk der richtige Weg für dich sein.

Mit Motivation, Lernbereitschaft und dem passenden Betrieb stehen dir viele Türen offen. Und solltest du Unterstützung benötigen, findest du in deiner Region zahlreiche Expert:innen aus dem Handwerk, die dich auf deinem Weg beraten und begleiten.