Lichtkonzept für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Co. entwickeln: So geht’s
28. Januar 2026So erreichst du die optimale Stimmung in jedem Raum mit durchdachten Lichtkonzepten für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Co.
Inhaltsverzeichnis
Du hast das Zimmer genau nach deinem Geschmack eingerichtet, die Möbel stehen optimal, die Deko ist perfekt – aber irgendetwas fehlt. Es fühlt sich einfach nicht gemütlich an. Unsere Vermutung ist: Es liegt am Licht.
Licht kann ein Wohnzimmer warm und freundlich wirken und eine Messehalle in kaltem Licht erstrahlen lassen. Das “große Licht”, die einfache Deckenlampe, wird nicht ohne Grund immer unbeliebter. Ein durchdachtes Beleuchtungskonzept für jedes Zimmer mit strategisch gesetzten Lichtquellen macht einen riesigen Unterschied. Es sorgt für Sicherheit, setzt Akzente und schafft die genau richtige Atmosphäre zum Entspannen im Wohnzimmer, Spielen im Kinderzimmer oder zur Ruhe kommen im Schlafzimmer.
Hier zeigen wir dir, wie du die Lichtplanung für dein Haus oder deine Wohnung systematisch angehst und dabei moderne Technologien wie smarte Lampen und innovative Lichtsteuerung optimal nutzt. Legen wir los und bringen Licht ins Dunkel!
Einfache Grundformel für effektive Lichtplanung:
Die 3 Lichtebenen
Das Grundprinzip jedes guten Beleuchtungskonzepts ist eine Kombination aus drei verschiedenen Lichtebenen. Wenn du dieser Formel folgst, hast du eine perfekte Grundlage für wirkungsvolle Beleuchtung.
Ebene 1: Grundbeleuchtung
Die Grundbeleuchtung oder Allgemeinbeleuchtung sorgt für die Basishelligkeit im Raum: man muss natürlich erstmal etwas sehen. Sie ist funktional und soll Schatten minimieren, damit du dich sicher bewegen und orientieren kannst.
Das erste Ziel hier ist erst einmal, eine gleichmäßige Helligkeit im gesamten Raum zu erreichen. Typische Leuchten dafür sind Deckenleuchten (zentrale Pendelleuchte oder Spots), Einbaustrahler, oder Schienensysteme.
Die Grundbeleuchtung sollte blendfrei sein und idealerweise dimmbar, um die Helligkeit an Tageszeit und Stimmung anzupassen.

Ebene 2: Akzentbeleuchtung
Akzentbeleuchtung lenkt den Blick auf bestimmte Bereiche, Kunstwerke oder architektonische Details. Sie schafft Tiefe und Struktur im Raum. Oft nennen wir diese Leuchten “Stimmungslichter”: Sie sind nicht dazu da, den Raum nutzbar zu machen, sondern sollen einen bestimmten Effekt auf die Stimmung und Atmosphäre des Zimmers haben.
Das wird erreicht durch das Setzen von optischen Highlights und Schaffung von Atmosphäre, zum Beispiel mit Bilderleuchten, Bodenspots, Lichtleisten, beleuchtete Vitrinen oder Nischen.
Der Lichtstrahl hier sollte gezielt ausgerichtet sein und sich in der Helligkeit von der Umgebung abheben.

Ebene 3: Funktionsbeleuchtung
Dieses Licht könnte man auch “Arbeitslicht” nennen. Es ist auf eine bestimmte Aufgabe (Lesen, Kochen, Schminken, Arbeiten) ausgerichtet und sorgt für die nötige Helligkeit ohne störende Schatten.
Das Ziel ist die optimale Ausleuchtung eines bestimmten Arbeits- oder Funktionsbereichs. Beispiele sind Schreibtischlampen, Unterbauleuchten in der Küche, Leseleuchten neben dem Sofa oder Bett.
Das Licht muss stark genug und von der richtigen Farbtemperatur sein, um die Augen nicht zu ermüden.

Das optimale Lichtkonzept fürs Wohnzimmer
Das Beleuchtungskonzept im Wohnzimmer ist essenziell für die Erholung und das Wohlbefinden in deinem Zuhause. Immerhin hält man sich viel in diesem Raum auf, er ist das Herzstück des Zuhauses und soll sich auch so anfühlen.
Das Wohnzimmer ist oft der multifunktionalste Raum: Hier wird gelesen, ferngesehen, gespielt, gegessen oder gefeiert. Das Lichtkonzept für das Wohnzimmer muss daher maximale Flexibilität bieten.
Grundbeleuchtung im Wohnzimmer
Indirekte Beleuchtung über z.B. Deckenfluter erzeugt eine weiche, gleichmäßige Basis. Mehrere dimmbare Spots ersetzen eine einzelne, helle Deckenlampe und ermöglichen eine variable Ausleuchtung.
Funktionsbeleuchtung im Wohnzimmer
Unverzichtbar ist eine gute Leseleuchte (Stehlampe oder Wandleuchte) neben dem Sofa. Achte auf eine Farbtemperatur von etwa 2.700 Kelvin (warmweiß), um eine gemütliche, augenschonende Leseatmosphäre zu schaffen.

Akzentbeleuchtung im Wohnzimmer
Nutze Tischleuchten, die weiches Stimmungslicht verbreiten. Auch eine indirekte Beleuchtung hinter dem Fernseher (Ambilight) entlastet die Augen.
Gerade im Wohnzimmer sind smarte Beleuchtungssysteme toll. Mit smarten Lampen kannst du Farbtemperatur und Helligkeit per App oder Sprachbefehl anpassen, um in Sekundenschnelle vom Arbeitsmodus (heller, neutral) in den Entspannungsmodus (warm, gedimmt) zu wechseln.
Beleuchtungskonzept fürs Schlafzimmer: Ruhe und Geborgenheit
Im Schlafzimmer steht die Erholung im Vordergrund. Das Licht muss beruhigend wirken und sollte den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen.
Grundbeleuchtung im Schlafzimmer
Sehr sanftes, gedimmtes Licht ist ausreichend. Ideal sind Deckenleuchten, die das Licht nach oben abstrahlen und sanft von der Decke reflektieren (indirektes Licht). In manchen Schlafzimmern passt auch eine indirekte Beleuchtung gut, bei der versteckte Lichtquellen die Wand anstrahlen.

Funktionsbeleuchtung im Schlafzimmer
Zwei separate Nachttischlampen mit Schwenkarm oder gerichteten Lichtkegeln sind perfekt. Sie ermöglichen dir, zu lesen, ohne den Partner zu stören. Auch hier gilt: Warmweißes Licht.
Vermeide im Schlafzimmer kühles, blaues Licht. Studien zeigen, dass blaues Licht die Melatoninproduktion hemmt.
Smarte Lichtsteuerung im Schlafzimmer – ja oder nein?
Ob du dein Schlafzimmerlicht z.B. per Stimme steuern möchtest, ist Geschmackssache. Einige Menschen stört das Gefühl, mit einer Siri oder Alexa zu sprechen, wenn sie schon im Bett liegen und für ihre Schlafhygiene den Kontakt mit jeglicher Technik reduzieren möchten. Andere finden es gerade sehr praktisch, einfach mit einem “Guten Morgen, Google” direkt nach dem Aufwachen die gewünschte Lichtkonstellation auszulösen.
Besondere Herausforderungen: Küche, Bad und Kinderzimmer
Ein Beleuchtungskonzept muss sich immer nach der Nutzung des Raumes richten.
Beleuchtungskonzept im Kinderzimmer: Sicherheit und Stimulation
Das Beleuchtungskonzept Kinderzimmer muss mehrere Phasen eines Tages abdecken: Spielen, Lernen und Schlafen.
- Grundbeleuchtung: eine helle, blendfreie Deckenleuchte für Spiel und Ordnung; Farbtemperatur: 3.000 bis 4.000 Kelvin (neutralweiß) für Konzentration
- Funktionsbeleuchtung: ein heller, schattenfreier Schreibtischplatz (besonders wichtig für Schulkinder) und eine gerichtete Leselampe am Bett
- Akzent- und Nachtlicht: Ein sanftes Nachtlicht (z.B. Steckdosenlicht) für Geborgenheit und Sicherheit in der Nacht (vermeide bunte, ablenkende Akzentlichter)

Beleuchtungskonzept in der Küche: Arbeitsplatz und Treffpunkt
In der Küche dominieren Funktionalität und Hygiene.
- Grundbeleuchtung: helle, gleichmäßige Ausleuchtung (neutral- bis tageslichtweiß) durch helle Einbauspots oder LED-Panel
- Funktionsbeleuchtung: in der Küche am wichtigsten; Unterbauleuchten über der Arbeitsplatte gegen Schattenbildung beim Schneiden und Kochen(das Licht muss hier besonders hell und farbecht sein)
- Akzent: Pendelleuchten über dem Esstisch oder der Kücheninsel für einen einen gemütlichen Akzent (dimmbar für entspanntere Atmosphäre beim Essen)
Beleuchtungskonzept im Bad: Helligkeit für die Pflege
Im Bad ist die korrekte Wiedergabe von Farben entscheidend, damit du im Spiegel realistisch abgebildet wirst.
- Grundbeleuchtung: helle, feuchtraumgeeignete Deckenleuchten
- Funktionsbeleuchtung am Spiegelschrank: Lichtquellen links und rechts des Spiegels (oder eine helle, umlaufende Beleuchtung) sind besser als eine Lichtquelle von oben (harte Schatten unter Kinn und Augen!).

Moderne Beleuchtungssysteme: smart und unsichtbar
Moderne Technik macht die komplexe Lichtplanung einfacher und flexibler als je zuvor.
Intelligente Beleuchtungssysteme (Smart Lighting) bieten eine zentrale Lichtsteuerung und unzählige Anpassungsmöglichkeiten.
- Du kannst die Helligkeit und die Farbtemperatur (von warmweiß bis tageslichtweiß) dynamisch stufenlos anpassen.
- Speichere Voreinstellungen für verschiedene Situationenm Szenarien genannt (z.B. "Filmabend", "Morgenroutine", "Arbeiten"), ab und rufe diese per Knopfdruck, App oder Sprachbefehl ab.
- Smarte Lampen können deine Anwesenheit simulieren, wenn du im Urlaub bist, was die Sicherheit erhöht.
- Die Systeme lassen sich oft mit Bewegungsmeldern, Smart-Home-Zentralen und Sicherheitskameras verbinden.
Lichtsteuerung: Nicht nur Schalter
Dimmbarkeit ist der einfachste Weg zur Lichtsteuerung. Phasenanschnitt- oder Phasenabschnittdimmer für LEDs vermeiden flackern.
Im Flur, der Speisekammer oder dem Bad erhöhen Bewegungsmelder den Komfort und sparen Energie.
Für größere Installationen oder das gesamte Beleuchtungssystem im Haus bietet DALI (Digital Addressable Lighting Interface) eine professionelle, flexible Lösung, bei der jede Leuchte individuell gesteuert werden kann.
Smarte Leuchten mit Smart Home
Smart Home ist mittlerweile für die meisten Menschen ein Begriff. Mit einem intelligenten Beleuchtungssystem, wird jedes Zuhause zu einem smarten Erlebnis. Intelligente Lichtschalter lassen sich dank ausgefeilter Sensoren mittlerweile per Smartphone steuern. Gute Beleuchtungssysteme ermöglichen die individuelle Programmierung von Helligkeit und Farbtönen. Das hat einen großen Einfluss auf das persönliche Wohnbefinden des Benutzers. Nicht nur private Hausbesitzer profitieren von Smart Home. Große Gebäudekomplexe und Anlagen lassen sich durch intelligente Beleuchtungssystem professionell steuern.
Integrierte Lichtquellen durch LED
Wer großen Wert auf Optik und Design legt, der hat die Möglichkeit unsichtbare Lichtquellen zu installieren. Der Trend geht hin zu schmalen LED-Lösungen, die in Möbel und Räume integriert werden können. Dadurch können Möbelstücke hervorgehoben und Räume auf eine neue, strahlende Art inszeniert werden. Die LED-Lichter lassen sich maßgefertigt an die eignen häusliche Situation anpassen.
Gesundheitsförderndes Licht durch spezielle Lampen
Licht hat eine große Wirkung auf die Gesundheit eines Menschen. Es beeinflusst den Bio-Rhythmus und vermittelt dem Körper die Wach-und Schlafphasen. Der aktuelle Trend geht hin zu Beleuchtungssystemen, die Vollspektrum-Lampen beinhalten. Diese geben ein Licht ab, das zu 96 Prozent dem Sonnenlicht gleicht. Bestens geeignet ist solch eine Lampe beispielsweiße für das heimische Arbeitszimmer. Durch eine Vollspektrum-Lampe lassen sich Müdigkeit und Konzentrationsschwäche vermeiden.
Professionelle Lichtplanung für dein Haus
Die Planung eines umfassenden Beleuchtungskonzepts für das Haus erfordert oft mehr als nur ein paar neue Lampen. Es geht um die Platzierung von Anschlüssen, die Wahl der richtigen Kabel und die Integration der Lichtsteuerung.
Wenn du dein Haus neu baust, sanierst oder ein komplexes Beleuchtungssystem installieren möchtest (z.B. umfangreiche Spots oder Schienensysteme), ist es ratsam, einen Fachmann oder eine Fachfrau hinzuzuziehen.
Diese können dir helfen bei:
- Berechnung der Lichtstärke: Ermittlung der benötigten Lumen (lm) pro Raum gemäß DIN-Norm.
- Platzierung der Anschlüsse: Sicherstellung, dass alle Leuchten an der richtigen Stelle sind und Schalter sinnvoll positioniert werden.
- Elektrische Sicherheit: Fachgerechte Installation von Niedervolt-Systemen (wie LED-Streifen) und feuchtraumgeeigneten Leuchten (IP-Schutzarten).
- Komplexen Lichtsteuerungen: Installation und Programmierung von Bus-Systemen wie KNX oder DALI.
Auch aus einer Mietwohnung kann mit einem durchdachten Beleuchtungskonzept viel mehr herausgeholt werden: Die Stimmung und Wirkung der Räume kann sich mit veränderter Beleuchtung ganz anders anfühlen.
Pack’s an: Im Experten-Finder kannst du kompetente Handwerker:innen und Expert:innen in deiner Nähe finden!

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