Welche Farbe für welchen Untergrund?
28. Januar 2026Die Wahl der passenden Farbe hängt stark vom Untergrund ab. Wie streicht man am besten Wände, Möbel und Böden?
Bild von Stefan Schweihofer auf
Inhaltsverzeichnis
Farbe prägt den Charakter eines Raumes, schützt Materialien und beeinflusst unser Wohlbefinden. Doch die Wahl der passenden Farbe hängt stark vom Untergrund ab. Während Dispersionsfarbe an Wänden im Wohnzimmer überzeugt, braucht es im Feuchtraum oder auf dem Garagenboden spezielle Lösungen.
Welche Farbe für Wände, Böden und Co.?
Die richtige Farbe für Wände und Decken
In Innenräumen sind Dispersionsfarbe die Nummer eins. Sie sind quasi ein Alleskönner. Sie eignen sich für nahezu alle Untergründe. Ob Beton, Putz, Tapete oder Gips: Dispersionsfarbe ist leicht aufzutragen und intensiv. Meist wird sie weiß angeliefert, kann aber problemlos mit Volltonfarben zum gewünschten Farbton gemischt werden.
Als Bindemittel ist Dispersionsfarbe Kunst- oder Acrylharz beigemischt. Je höher der Bindemittelanteil, desto größer Qualität und Beständigkeit.
Die richtige Farbe für besonders beanspruchte Flächen
Für besonders beanspruchte Wandflächen, etwa Treppenhäuser oder Flure, taugen wasserabweisende, scheuerfeste und extrem strapazierfähige Latexfarben. Spezielle Farben können verhindern, dass sich Nikotin- oder Rauchgeruch an Wänden ablagert. Frage dazu am besten im Fachhandel.
Wasserfeste Farbe: Ideal für Bad, Küche & Feuchträume
Farbe gehört auch an Wände in Bad und Küche. Doch da gibt es manchmal ein Problem: In Bad und Küche ist es ziemlich oft ziemlich feucht. Ob heiße Dusche oder heißer Kochtopf: Immer sammelt sich Wasserdampf an den Wänden. Es drohen gesundheitsgefährdende Stockflecken oder Schimmel. Dennoch muss in Bad oder Küche nicht auf Farbe an den Wänden verzichtet werden.
Die Lösung ist: wasserfeste Wandfarbe. Beim Kauf wasserfester Wandfarben solltest du auf die Nassabriebsbeständigkeit achten. Die niedrigen Zahlen 1 und 2 signalisieren, das Wasser gut abgewiesen wird. Farben der Klassen 3, 4 oder 5 sind dagegen ungeeignet für Bad oder Küche. Durch wasserabweisende Farbe wirkt alles freundlicher und nicht so kühl und steril wie bei einer kompletten Verkachelung.
Besonders gut eignet sich Latexfarbe. Sie besitzt verglichen mit der Dispersionsfarbe eine noch höhere Oberflächendichte. So ist sie extrem wasserabweisend und zudem scheuerbeständig. Deshalb eignen sich Latexfarben besonders gut als Alternative für Kacheln in Duschen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Wände in der Dusche mit einem Acryllack oder mit Bootslack zu streichen.
Die richtige Farbe für Türen und Fenster
Türen und Fenster sollten mit hochbelastbaren Fenster- und Türlacken gestrichen werden. Die gibt es je nach Rahmenmaterial meist in 2-in-1-Varianten, die Grundierung und Anstrich vereinen. Auch Heizkörper erfordern wegen der hohen Temperaturen spezielle Farben. Heizungslacke können bis zu 180 Grad ab, sind geruchsarm und verfärben sich nicht.
Stoßfeste Farbe für Garagenböden, Treppen & Flure
Bei Böden gilt zudem, dass die Farbe extreme Belastungen aushalten muss. Holzböden, vor allem Dielen und Parkett, schützt man am besten mit transparentem Lack auf Naturharz- oder Polyurethan-Acryl-Basis. Soll nicht nur lasiert und geschützt werden, sondern auch ein farblicher Akzent gesetzt werden? Dann kann ein Buntlack verwendet werden. Den gibt es in vielen Farben. Für mineralische Untergründe wie Putz oder Beton gibt es Fußbodenfarbe, die starken Belastungen standhält, schlag- und stoßfest ist. Achtung: Für Garagenböden gibt es extra gekennzeichnete Farbe, die auch Reifengummi, Öl oder Kraftstoffe verträgt.

Außenbereich: Farben für Fassaden, Sockel & Holz
Fassaden, Sockel und Holzelemente im Außenbereich sind täglich Wind, Wetter und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Hier zählt nicht nur die Optik, sondern vor allem der Schutz. Die richtige Farbe verlängert die Lebensdauer der Materialien und bewahrt sie vor Feuchtigkeit, UV-Schäden und Schimmel.
Fassadenfarbe sollte immer atmungsaktiv und witterungsbeständig sein. Bewährt haben sich Dispersionssilikatfarben oder Kunstharz-Dispersionsfarben mit Silikonverstärkung. Beide Varianten bieten einen zuverlässigen Schutz vor Regen, UV-Strahlung und mikrobiologischem Befall. Gleichzeitig bleiben sie diffusionsoffen, sodass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen kann – das beugt Rissen und Schimmelbildung vor. Die Farben sind in vielen Nuancen erhältlich und lassen sich oft individuell mischen.
Für den Sockelbereich, der besonders stark Feuchtigkeit und Spritzwasser ausgesetzt ist, empfiehlt sich eine spezielle Sockelfarbe. Sie ist besonders robust, wasserabweisend und widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen. Achte auf Produkte mit fungiziden Zusätzen, die zusätzlich vor Algen- und Pilzbefall schützen.
Holz im Außenbereich – etwa bei Gartenhäusern, Balkongeländern oder Zäunen – braucht einen besonderen Schutz. Holzschutzfarben oder -lasuren sollten wasserabweisend, elastisch und UV-beständig sein. Sie verhindern, dass Feuchtigkeit in das Holz eindringt, und schützen vor Vergrauung durch Sonneneinstrahlung. Für eine lange Haltbarkeit sind Produkte auf Acryl- oder Alkydharzbasis ideal. Sie bilden einen flexiblen Film, der sich den natürlichen Bewegungen des Holzes anpasst, ohne zu reißen.
Magnetische Farbe: Praktisch & kreativ
Ärger über verwischte Fettspritzer an der Küchenwand? Gefährlicher Schimmel an der Badwand? Fotos oder Notizzettel einfach an die Wand kleben? Ganz ohne später beim Abnehmen oder Umdekorieren gleich auch noch Dübel- oder Nagellöcher zu spachteln zu müssen. Poster ohne Klebestreifen samt Tapetenstück abreißen? Geht nicht? Geht doch! Oder farbige Wände in Bad oder Küche, die sich nicht gleich von Wasser oder Feuchtigkeit zerstören lassen? Auch das gibt es!
Magnetische Farbe, auf der sich Bilder, Skizzen oder Notizzettel problemlos anbringen und danach wieder ohne Spuren entfernen lassen, ist eine clevere Lösung. Magnetische Farben gibt es in fast allen Nuancen des Regenbogens. Und sie lässt sich auf nahezu alle Untergründe leicht auftragen. Egal ob Tapete, Gips, Stein oder Holz: Ist die Wand mit Magnetfarbe gestrichen, haftet mit Hilfe von Magneten fast alles.
Magnetfarbe ist nicht nur optimal, um Dinge leicht an Wänden befestigen. Sie können hinterher auch wieder entfernt werden, ohne dabei Wand oder Tapete kaputt zu machen.

Die Farbe selbst ist nicht magnetisch, stört also keine Leitungen im Haus, wie etwa Telefon oder technische Geräte. Sie wird bei der Herstellung nur mit vielen fast unsichtbar kleinen Eisenpartikeln versetzt. Letztlich funktioniert sie wie eine Kühlschranktür, an der sich ebenfalls Magneten befestigen lassen. Allerdings lässt sich Magnetfarbe nur schwer wieder entfernen. Deshalb sollte sie in der Regel einfach überstrichen werden, wenn Wände einen neuen Look bekommen sollen. Ansonsten muss meist ein Schleifer ran.
Ökologische Wandfarbe: Lohnt sich das?
Ökologisches Denken und Handeln gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dieser Trend macht auch bei Wandfarben nicht Halt, deshalb werden Bio-Farben immer gefragter und beliebter.
Wichtig zu wissen: Alle Wandfarben geben eine gewisse Menge ihrer Inhaltsstoffe an die Raumluft ab. Lösemittel, die Aromaten-Verbindungen haben, können gesundheitliche Schäden wie beispielsweise Krebs auslösen. Viele Menschen reagieren außerdem allergisch auf Raumluftbelastungen durch synthetische Wandfarben. Diese Probleme verschwinden bei dem Einsatz von Bio-Farben.
Diese Naturfarben bestehen hauptsächlich aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen. Durch den Verzicht auf Lösemittel, Pestizide und Fungizide sind die ökologischen Farben sehr umweltfreundlich und allergikerverträglich. Die Bindemittel in den Bio-Farben bestehen aus natürlichen Ölen wie Leinöl oder Rizinenöl und Wachsen wie beispielsweise Bienenwachs. Mineral- und Erdpigmente sorgen für unterschiedliche Farben. Kieselerde eignet sich gut als Konservierungs- oder Füllstoff für die Naturfarben.
Vor- und Nachteile von Bio-Farben
Ebenso wie herkömmliche Wandfarben sind Bio-Farben in zahlreichen Farbtönen erhältlich. Das Streichen mit Naturfarben ist nicht anspruchsvoller oder komplizierter als mit herkömmlichen Qualitätsprodukten. Zudem sorgen Naturfarben für ein gesundes, schadstofffreies Raumklima und sind deshalb bestens für Allergiker geeignet.
Durch den Verzicht auf Lösemittel wird die Luft nicht mit synthetischen Düften belastet. Die Bio-Farben sind atmungsaktiv und enthalten keine Plastik-Bindemittel. Die meisten Hersteller deklarieren die Bio-Farbe sehr ehrlich, sodass die einzelnen Bestandteile genau aufgeführt und nachvollziehbar sind.
Wie bei herkömmlichen Wandfarben gibt es auch bei Bio-Farben Unterschiede in der Deckkraft. Wer bereits bei erstmaligen Streichen schöne Ergebnisse erzielen will, sollte bei der Deckkraft auf die Deklaration „Klasse 1“ achten. Ökologische Farben haben ihren Preis – und sind somit meist teurer als herkömmliche Wandfarben. Außerdem benötigen Bio-Wandfarben länger zum Trocknen.
Woran erkennt man echte Bio-Farben?
Viele Hersteller werben auf Wandfarben mit „lösemittelfrei“ oder „ohne Weichmacher“. Oftmals handelt es sich dabei aber nicht um echte Bio-Farbe und die Angaben sind irreführend. Viele vermeintliche natürliche Wandfarben enthalten Erdöl, was ein begrenzter Rohstoff ist und der Umwelt schadet.
Ein wichtiges Kriterium für eine ökologische Farbe ist eine vollständige und nachvollziehbare Deklaration der Inhaltsstoffe. Sollte diese nicht nachvollziehbar oder lückenhaft sein, handelt es sich wahrscheinlich nicht um Bio-Farbe. Um sicherzugehen, dass es sich um ökologische Wandfarbe handelt, sollte das Etikett Folgendes beinhalten:
- Die Füllstoffe sind mineralisch
- Die Farbpigmente sind aus Blättern, Wurzeln oder mineralischen Stoffen hergestellt
- Die Binde- und Hilfsstoffe bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen oder Mineralien
Bio-Farben sind also für alle geeignet, die Wert auf ein gutes und gesundes Raumklima legen und gerne die Inhaltsstoffe ihrer Wandfarben kennen. Im Zweifelsfall können Maler und Lackierer echte Bio-Farben empfehlen.
FAQs: Häufige Fragen zu Farben für Putz, Beton & Co.
Was ist der Unterschied zwischen Wandfarbe und Dispersionsfarbe?
Wandfarbe ist ein Oberbegriff für alle Farben, die für Wände verwendet werden. Dispersionsfarbe ist eine spezifische Art von Wandfarbe, die auf Wasserbasis hergestellt wird und Kunstharz oder Acryl als Bindemittel enthält. Sie ist besonders atmungsaktiv, geruchsarm und eignet sich für fast alle Innenwanduntergründe wie Putz, Gips oder Tapeten. Im Gegensatz zu anderen Wandfarben, etwa Alkydharzfarben, enthält Dispersionsfarbe keine Lösemittel und trocknet schneller.
Was passiert, wenn man Silikatfarbe auf Dispersionsfarbe streicht?
Silikatfarbe haftet nicht dauerhaft auf Dispersionsfarbe, da beide Farben unterschiedliche chemische Eigenschaften haben. Silikatfarbe verbindet sich mineralisch mit dem Untergrund, während Dispersionsfarbe einen Kunststofffilm bildet. Wenn Silikatfarbe auf Dispersionsfarbe aufgetragen wird, kann es zu Haftungsproblemen, Abblättern oder Rissen kommen. Für ein langlebiges Ergebnis muss die Dispersionsfarbe vollständig entfernt oder der Untergrund mit einer mineralischen Grundierung vorbereitet werden, die als Haftbrücke dient.
Welche Farbe für Boden-Streichprojekte?
Für Böden eignen sich spezielle Bodenfarben, die mechanischen Belastungen standhalten. Bei Beton- oder Estrichböden sind Epoxidharzfarben oder Polyurethan-Bodenfarben besonders robust, chemikalienbeständig und abriebfest. Für Holzböden wie Dielen oder Parkett kommen transparente oder pigmentierte Lacke auf Polyurethan- oder Naturharzbasis infrage, die das Holz schützen und gleichzeitig optisch aufwerten. In Feuchträumen oder Garagen sollten wasserdichte, rutschfeste Bodenbeschichtungen verwendet werden, die zusätzlich gegen Öl, Reifenabrieb oder Chemikalien resistent sind.
Womit kann ich Beton streichen?
Beton lässt sich mit Dispersionsfarben für mineralische Untergründe, Epoxidharzfarben oder spezielle Betonfarben streichen. Wichtig ist, dass der Beton vorher gereinigt, von Staub befreit und bei Bedarf mit einer Haftgrundierung behandelt wird, um die Haftung der Farbe zu verbessern. Für Außenbereiche oder stark beanspruchte Flächen wie Garagenböden eignen sich elastische, wasserabweisende und chemikalienbeständige Farben, die Risse überbrücken und vor Feuchtigkeit schützen.

Wie entferne ich magnetische Farbe?
Magnetische Farbe lässt sich aufgrund ihrer eisenhaltigen Partikel nur schwer mechanisch entfernen. Die einfachste Lösung ist, sie mit einer deckenden Schicht einer herkömmlichen Dispersions- oder Latexfarbe zu überstreichen. Falls die Farbe komplett entfernt werden muss, bleibt nur das Abschleifen der betroffenen Fläche – entweder manuell mit Schleifpapier oder maschinell mit einem Band- oder Tellerschleifer. Dabei entsteht viel Staub, daher sind Atemschutz und Absaugung ratsam.
Ist Öko-Farbe wirklich schadstofffrei?
Ökologische Farben sind nicht automatisch komplett schadstofffrei, aber sie enthalten deutlich weniger gesundheitsschädliche Substanzen als konventionelle Farben. Echte Bio-Farben verzichten auf Lösemittel, Weichmacher, synthetische Konservierungsstoffe und fungizide Zusätze. Entscheidend ist, auf unabhängige Zertifikate wie den Blauen Engel, Natureplus oder das EU-Ecolabel zu achten. Zudem sollte die vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe auf der Verpackung vorhanden sein, damit Verbraucher prüfen können, ob tatsächlich natürliche Bindemittel wie Leinöl, Bienenwachs oder mineralische Pigmente verwendet wurden.
Garagenboden: welche Farbe eignet sich?
Für Garagenböden sind spezielle Bodenfarben auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis ideal, da sie extrem belastbar, chemikalienbeständig und rutschfest sind. Diese Farben halten Öl, Benzin, Reifenabrieb und mechanischen Belastungen stand. Wichtig ist, dass die Farbe als „für Garagenböden geeignet“ gekennzeichnet ist und der Betonuntergrund vorher gründlich gereinigt, entfettet und mit einer Haftgrundierung vorbereitet wird. Für eine besonders lange Haltbarkeit können zweikomponentige Epoxidharz-Systeme verwendet werden, die eine besonders dicke und widerstandsfähige Schicht bilden.
Womit kann ich Metall streichen?
Metall sollte lackiert werden. Am besten eignen sich dazu entweder normale Acryllacke oder spezielle Metallschutzlacke. Am besten lässt du dich dazu im Baumarkt oder bei einem Fachbetrieb beraten, damit die Farbe schützt, optimal aussieht und lange hält.
Wie bekommt man wasserfeste Farbe aus Kleidung?
Wasserfeste Farbe aus Kleidung zu entfernen, ist schwierig, aber mit schnellem Handeln und den richtigen Mitteln möglich. Zunächst sollte frische Farbe mit einem stumpfen Gegenstand (z. B. Löffel) vorsichtig abgestreift werden. Anschließend kann man die Stelle mit Aceton (Nagellackentferner) oder Isopropanol (Reinigungsalkohol) betupfen, um die Farbe aufzulösen. Bei getrockneter Farbe hilft oft nur noch eine Vorbehandlung mit Gallseife oder einem Fleckenspray für Lackfarben, gefolgt von einer Wäsche bei höchstmöglicher Temperatur, die das Textil verträgt. Hartnäckige Flecken lassen sich manchmal durch Einweichen in Backpulver-Wasser-Gemisch oder mit speziellem Farbentferner aus dem Baumarkt reduzieren. Bei empfindlichen Stoffen sollte vorher an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
