Was ist ein Steinmetz? Der ultimative Guide zum Beruf

11. März 2026

Von Ausbildung und Alltag bis Spezialisierung und Voraussetzungen findest du hier alles, was du zum Beruf des Steinmetzes wissen musst.

Steinmetz bei der Arbeit mit Hammer und Meißel, Detailaufnahme von matteophotopro2020 auf Pixabay Bild: MatteoPhotoPro2020 auf Pixabay

Steinmetz – ein Beruf mit Geschichte

Steinmetz ist einer der ältesten Berufe der Menschheit. Wer sich für eine Ausbildung zum Steinmetz entscheidet, blickt auf beinahe 40.000 Jahre Berufsgeschichte zurück.

Die Cheops-Pyramide in Gizeh, die Basilika Sacré-Cœur in Paris und der Kölner Dom sind nur eine Handvoll Beispiele der eindrucksvollen Gebäude, die im Laufe der Zeit von Steinmetz:innen geschaffen und auch erhalten wurden. Ohne diese Expert:innen würden historische Brücken nicht nur nicht mehr in ihrer Funktion bestehen, auch optisch würden sie nicht mehr ihrem ursprünglichen Aussehen gleichen.

Die Tätigkeiten von Steinmetzen sind sehr vielfältig. Zum einen gibt es viele verschiedene Steinarten, wie Naturstein, Kunststein, Marmor oder Pflasterstein. Zum anderen lassen sich aus all diesen verschiedenen Steinen die unterschiedlichsten Dinge anfertigen: Fußböden, Fassaden, Denkmäler, Statuen, Küchen, Brunnen oder Grabsteine.

Als Steinmetz ist nicht nur das bloße Beherrschen von Hammer und Meißel, wie es in der Vorstellung Vieler vielleicht sein mag, von Bedeutung. Heutzutage ist der Beruf des Steinmetzes mit viel mehr verbunden: technisch, künstlerisch, planerisch. 

Was macht eigentlich ein Steinmetz?

Vom Kundengespräch zur Konzeption der Produkte

Der Alltag einer Steinmetzin bzw. eines Steinmetzes kann je nach Bereich unterschiedlich sein. Jedoch beginnen die meisten neuen Aufträge mit einem Kundengespräch. Hier wird herausgefunden, was genau gemacht werden soll. Ob es eine Steintreppe oder eine Gartenskulptur sein soll – Steinmetzinnen und Steinmetze beraten die Kunden hinsichtlich vieler Punkte. Während des Gesprächs werden Aspekte wie Gestaltungsmöglichkeiten, Kostenaufwand, Material und Farbe besprochen. Anschließend erstellen die Steinmetzinnen und Steinmetze ein Angebot.

Nachdem dieses angenommen worden ist, fängt der kreative Teil an. Anhand der besprochenen Parameter können die Handwerkerinnen und Handwerker ihre Konzepte auf einem Blatt Papier aufzeichnen. Die Digitalisierung ermöglicht zudem eine Verbesserung des Konzeptionsprozesses. So können Steinmetzinnen und Steinmetze ihre Entwürfe mittels dreidimensionaler Modelle am Computer erstellen.

Diese Produkte stellt ein Steinmetz bzw. eine Steinmetzin her

Nachdem der Entwurf des Produkts vollständig ist, können die benötigten Materialien bestellt werden. Sobald diese angekommen sind, kann der handwerkliche Teil beginnen. Steinmetzinnen und Steinmetze bearbeiten die gelieferten Blöcke so, dass diese die richtige Größe haben. Je nach Firma, wird dieser Part von computergesteuerten Maschinen ausgeführt. Das Sägen und Schleifen können die Steinmetzinnen und Steinmetze sich dabei ersparen. Zu ihren Arbeiten zählt dann die Feinarbeit. Mit handgeführten Maschinen oder manuell mit Spezialwerkzeugen, beispielsweise der Meißel, wird der Stein weiter in Form gehauen. Dazu zählt auch die Einbringung von Ornamenten und Schriften.

Ein Steinmetz macht viel mehr als Grabsteine und Grabmale. Um in das Berufsfeld Steinmetz Einblick zu gewinnen, geben die Produkte einen guten Hinweis darauf, was Steinmetze alles können. Ein Steinmetz erstellt unter anderem folgende Produkte:

  • Bodenbeläge
  • Fassaden
  • Treppen
  • Theken und Tische
  • Gartenaccessoires
  • Outdoor-Küchen aus Natursteinen
  • Küchenelemente und Arbeitsplatten aus Stein
  • Brunnen und Brunnenanlagen
  • Fliesen und Waschbecken für das Naturstein-Bad
  • Grabmale
  • Skulpturen
  • Kunstfiguren
Kunstvolle Steinformation mit dekorativem Muster und spiralförmiger Gravur
Foto von Geoff Oliver auf Unsplash

Arbeitsorte und -bereiche

Unter anderem arbeiten Steinmetzinnen und Steinmetze in

  • Natursteinbetrieben
  • Grabsteinwerkstätten
  • Restaurierungsbetrieben
  • Kunststeinwerkstätten
  • Steinbildhauerwerkstätten
  • Marmorwerk

Allerdings arbeiten Steinmetzinnen und Steinbildhauerinnen beziehungsweise Steinmetze und Steinbildhauer nicht nur in Werkstätten und Betrieben, sondern auch in Ämtern oder in den Bereichen Kirche und Kunst.

Somit können Steinmetzinnen und Steinmetze auch hier einen Job finden:

  • Museumswerkstatt
  • Kirchenbauamt
  • Dombauhütte
  • Denkmalschutz und Denkmalpflege

Auch der Weg in die Selbstständigkeit ist für Steinmetz:innen möglich. Dafür ist eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung nötig. Alternativ genügt auch eine sechsjährige Tätigkeit als Geselle oder Gesellin, von der vier Jahre in einer leitenden Stelle gearbeitet wurde.

Steinmetze als Expert:innen bei der Restaurierung

Eine weitere wichtige Aufgabe von Steinmetz:innen ist die Denkmalpflege. Historische Gebäude wie Burgen oder Denkmalstatuen, historische Brücken und Kirchenfassaden würden ohne die Arbeit von Steinmetzen und Steinmetzinnen mit der Zeit durch Umwelteinflüssen beschädigt werden. Steinmetz:innen restaurieren und konservieren die Denkmäler und erhalten so die Originalsubstanz.

Schon die dreijährige Ausbildung können angehende Steinmetze beispielsweise in einem Restaurierungsbetrieb absolvieren, wenn Interesse besteht.

Pyramide von Gizeh und Große Sphinx in Ägypten bei Tageslicht

Diese Werkzeuge benutzen Steinmetz:innen

Als kleinen Einblick in die komplexe Welt der vielfältigen Arbeitsmaterialien und Fähigkeiten, die Steinmetze und Steinmetzinnen meistern und in Ihrer Arbeit brauchen, haben wir hier eine Übersichts-Liste zusammengestellt (nicht vollständig!). Mit diesen Werkzeugen arbeiten Steinmetz:innen:

  • Bossierhammer und –eisen: Um die Steinblöcke grob zu bearbeitet, wird ein Bossierhammer und ein Bossiereisen benutzt. Der Bossierhammer wird dabei auf das Bossiereisen geschlagen, um große Überstände auf den Steinflächen abzuarbeiten.
  • Setzhammer: Steinmetzinnen und Steinmetze nutzen den Setzhammer zum Abschlagen von großen, unerwünschten Steinüberständen.
  • Meißel: Dieses Werkzeug wird zum Trennen oder Bearbeiten von Natur-, Kunst- oder Betonwerkstein verwendet. Meist wird der Meißel in Kombination mit einem Fäustel verwendet.
  • Fäustel: Steinmetzinnen und Steinmetze bezeichnen den von ihnen verwendeten Hammer mit kurzem Stiel und gedrungenem Kopf als Fäustel. Der Fäustel wird vielfältig verwendet und eingesetzt. Auch im Titelbild ist er zu sehen.
  • Zahneisen: Dieser Flach-Meißel wird zum Abarbeiten der Überstände im Kantenbereich verwendet. Auch bei Profilarbeiten kommt das Zahneisen zum Einsatz.
  • Zweispitz: Der Zweispitz wird zur groben Flächenbearbeitung von Weichgesteinen wie Marmor, Kalkstein oder Sandstein verwendet. Dieses Werkzeug wird zweihändig geführt und wurde bereits im Mittelalter benutzt.
  • Zahnfläche: Das sehr alte Steinbearbeitungswerkzeug wird bei der groben Oberflächenbearbeitung von Weichgestein eingesetzt.
  • Scharriereisen: Steinmetzinnen und Steinmetze können mit dem Scharriereisen Flächen ebnen und strukturieren.
  • Schlageisen: Dieses historische Werkzeug wird auch heute noch verwendet, um in den rohen Naturwerkstein begrenzende Randschläge zu schlagen.
  • Beizeisen: Das Beizeisen ähnelt optisch dem Schlageisen, ist aber schmaler und schärfer. Dieses Werkzeug wird benutzt, um am Steinblock eine erste Kante anzulegen. Das ist notwendig, um bei der weiteren Bearbeitung ein Ausbrechen der Kante zu verhindern.
  • Schrifteisen: Schrifteisen sind schmalere Ausführungen des Schlag- und Beizeisens. Dieses Handwerkzeug wird verwendet, um Inschriften in Stein zu hauen.
  • Stockhammer: Dieses Werkzeug wird für Hartgestein wie Marmor verwendet. Der Stockhammer wird zum Einebnen von gespitzten Steinflächen benutzt.
  • Knüpfel: Steinmetzinnen und Steinmetze nutzen das Handwerkzeug zur Bearbeitung von Weichgestein. Der Knüpfel besteht aus Holz. Das verhindert, dass die Steinoberfläche geprellt wird. Aber auch Knüpfel aus Kunststoff sind inzwischen im Einsatz.
  • Diamantbesetzte Werkzeuge: Moderne Diamantwerkzeuge sorgen für präzise Ergebnisse. In der Branche der Steinbearbeitung handelt es sich meist um Industriediamanten.
Verschiedene alte Werkzeuge an einer Lochwand, werkzeuge-dbreen-pixabay
Bild: dbreen auf Pixabay

Voraussetzungen: Wer kann Steinmetz:in werden? Muss ich künstlerisch begabt sein?

Voraussetzungen und Talente

Für wen eignet sich die Ausbildung zum Steinmetz? Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht gefordert. In der Praxis werden aber vor allem Bewerber:innen ab Hauptschulabschluss eingestellt. Außerdem sind folgende Voraussetzungen von Vorteil:

  • Handwerkliches Geschick
  • Keine Scheu vor körperlicher Arbeit und Belastung
  • Künstlerisches Talent und Kreativität
  • Sensibilität und Kundenfreundlichkeit
  • Begeisterung für Handwerk und Arbeit mit Steinen

Welche Fähigkeiten braucht ein Steinmetz?

Ein gewisses handwerkliches Talent und eine körperliche Einsetzbarkeit sollte gegeben sein. Denn der Beruf als Steinmetz ist immer ein typischer Handwerksjob. Im Alltag wird angepackt und auch körperlich gearbeitet – klassisches Handwerk eben.

Mit dem Schleppen von Steinen hat das aber nicht zwingend etwas zu tun. Heute übernehmen Maschinen viele schwierige Aufgabenteile, die Steinmetze früher selbst machen mussten. Ein großer Bizeps ist also keine Voraussetzung mehr für den Job.

Steinmetzarbeiten: Wie viel Kunst steckt im Job?

Je nachdem, welches künstlerische Interesse in den Job gebracht wird, entscheiden sich Steinmetze für verschiedene Berufszweige. In der Ausbildung hat ein Steinmetz nach einer Zeit auch die Wahl, in die Steinbildhauerei zu wechseln. In diesem Kunsthandwerk werden beispielsweise Skulpturen angefertigt, wie sie in vielen historischen Parks zu sehen sind. Auch die Restaurierung historischer Denkmäler gehört zum Beruf der Steinbildhauer. Für den speziellen Bereich als Steinbildhauer ist eine größeres künstlerisches Interesse und Talent von Vorteil. In herkömmlichen Betrieben zählt allerdings eher die Lust auf das Handwerk als der Hang zur Kunst.

Steinmetz – ein Beruf nur für starke Männer?

Wer an den Beruf „Steinmetz“ denkt, stellt sich immer noch meistens erst einmal einen Mann vor. In diesem Beruf wird viel mit Werkzeug gearbeitet, so dass auch ein gewisser Anteil an Kraft nicht fehlen darf. Und bei Kraft denken die Menschen gleich an Männer. Wie auch in anderen Handwerksberufen überwiegt auch in dem Beruf einer Steinmetzin bzw. eines Steinmetzes der Männeranteil deutlich.

Doch die Welt hat sich verändert. Der Fokus der Steinmetz-Arbeit liegt deutlich mehr auf Planung, Konzeption und Feinarbeit. Vieles der schweren Arbeit kann mittlerweile von Maschinen übernommen werden. Ja, körperlich einsetzbar muss man sein. Aber Frauen kommen in dem Beruf mehr als gut klar.

Außerdem: Sowohl in der Fachrichtung Steinbildhauerin bzw. Steinbildhauer als auch Steinmetzin bzw. Steinmetz spielen Frauen auch in Leistungswettbewerben bereits ganz vorne mit.

Fazit: Der Frauenanteil ist deshalb weiterhin so gering, weil viele sich von dem hohen Männeranteil und den physischen Tätigkeiten abschrecken lassen. Wir möchten deshalb an dieser Stelle ermutigen: der Beruf der Steinmetzin kann extrem erfüllend sein und ist absolut kein Beruf “nur für Männer”, sondern für alle mit einem Händchen und der Leidenschaft für das Material.

Die Ausbildung zum Steinmetz: Inhalte, Dauer und Vergütung

Um ihren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden, durchlaufen angehende Steinmetze eine umfangreiche Ausbildung. Was sind die konkreten Inhalte?

Ablauf der Ausbildung zum Steinmetz

Die dreijährige Ausbildung zum Steinmetz startet üblicherweise am 1. August oder 1. September eines jeweiligen Jahres. Nach zwei Jahren soll eine Zwischenprüfung stattfinden, die Aufschluss über Wissens- und Lernstand des Lehrlings gibt. Am Ende der Ausbildung findet die Gesellenprüfung statt. Wird diese bestanden, darf sich der Lehrling offiziell Steinmetzgeselle nennen.

Vielfältige Schwerpunkte

Unabhängig davon, welcher Schwerpunkt gewählt wird: In den ersten Jahren werden zunächst die Grundlagen vermittelt. Auszubildende lernen zunächst alles über

  • Steine und Rohstoffe
  • Verarbeitung von Steinplatten
  • Herstellung von künstlichen Steinen
  • Anfertigung von Skizzen und Bauzeichnungen
  • Umgang mit Maschinen und Regelungsanlagen.

Um optimal auf das spätere Berufsleben vorbereitet zu sein, beinhaltet die Ausbildung zum Steinmetz ein vielfältiges Aufgabengebiet. Generelle Bereiche sind zum Beispiel die Herstellung von Werkstücken, Profilen, Einlegearbeiten, Schriften, Symbole und Ornamenten oder von Bauteilen aus mineralisch gebundenen Materialien. Neben dem praktischen Handwerk wird während der Ausbildung zum Steinmetz auch die Planung, Vorbereitung und Organisation der Arbeitsaufgaben gelehrt. Dazu gehört die Optimierung von Arbeitsprozessen genauso dazu wie die Einrichtung von Arbeitsplätzen.

Auch die Wartung und Handhabung von den eigenen Werkzeugen, Maschinen und technischen Anlagen sind wichtige Schwerpunkte für angehende Steinmetzgesellen. Theoretischen Unterricht erhalten die Lehrlinge zu den Themenschwerpunkten Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit oder Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Welche Fachrichtungen gibt es während der Ausbildung?

Um im späteren Berufsleben ein Fachgebiet ausüben zu können, haben Lehrlinge während der Ausbildung zum Steinmetz die Möglichkeit sich zu spezialisieren. In der Regel werden zwei Fachrichtungen angeboten:

  • Steinmetzarbeiten: Das Verlegen von Bodenbelägen, die Instandhaltung und Restaurierung von Bauwerken oder die Gestaltung von Denkmalen und Grabanlagen sind Bestandteile dieser Fachrichtung während der Ausbildung zum Steinmetz.
  • Steinbildhauerarbeiten: Möchten sich Lehrlinge zu Expert:innen auf diesem Gebiet ausbilden lassen, gehören die Gestaltung und die Herstellung von Formen, Modellen, Schriften, Reliefs und Skulpturen sowie das Instandsetzen und die Restaurierung von Bildhauerarbeiten zu diesem Ausbildungszweig.
Steinmetz Werkzeug von Falco auf Pixabay – traditioneller Holzhammer und Meißel auf Stein
Bild: Falco auf Pixabay

Die Gesellenprüfung

Am Ende der Ausbildung wartet die Gesellenprüfung. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Teil geht es um die Inhalte der Berufsschule. Im praktischen Teil bekommt man für zwei Aufgaben rund 60 Tage Zeit, in der man sein handwerkliches Können unter Beweis stellen muss. Die Prüfung kann man bei Nichtbestehen insgesamt zweimal wiederholen.

Quereinstieg als Steinmetz – geht das?

Im Laufe des Lebens müssen viele Entscheidungen getroffen werden, die unseren Alltag grundlegend bestimmen. Eine davon ist die Wahl des Berufes, wenn die Schule oder ein Studium abgeschlossen wird. Dass sich nicht jeder im Alter von 16 bis 20 für den Beruf seines Lebens entscheidet, ist dabei fast sicher. Statt ewig in einem nicht erfüllenden Beruf zu bleiben, wagen einige eine Karriere als Quereinsteiger im Handwerk.

Gründe für Quereinsteiger im Handwerk

  1. Arbeitsplatzgarantie: Jobs im Handwerk sind massenweise vorhanden - allerdings fehlt es an Personal. Mit dem Quereinstieg ins Handwerk ist ein sicherer Arbeitsplatz garantiert.
  2. Mangel an Führungskräften: Führungspositionen im Handwerk werden von Frauen und Männern in höherem Alter besetzt. Es fehlt also qualifizierter Nachwuchs, für die Führung von Handwerksbetrieben.
  3. Quereinsteiger gefragt: In Stellenanzeigen wird mittlerweile explizit nach Quereinsteigern und Quereinsteigerinnen gesucht: Sie sind also gefragter denn je! Es lohnt sich demnach Jobangebote genau danach zu filtern.
  4. Verkürzte Ausbildung: Studienabbrecher profitieren von einer kürzeren Ausbildungsdauer. Wenn das Studium nicht das richtige war, kann die Ausbildung oder eine Meisterweiterbildung durch das Abitur verkürzt werden.
  5. Aktiv und kreativ: Wer mit seinem Bürojob unzufrieden ist und nach einer Aufgabe sucht, die mit mehr Aktivität und Kreativität verbunden ist, der ist im Handwerk genau richtig.

So wird man Steinmetz als Quereinsteiger

Wer sich dazu entscheidet, seinen bisherigen Job aufzugeben und in einen Tätigkeitsbereich im Handwerk zu wechseln, hat die Möglichkeit sich beruflich neu zu orientieren und als Steinmetz einzusteigen. Dazu können Interessenten einen einfachen Prozess durchlaufen:

  1. Aushilfsjobs oder Praktika
  2. Fachwissen aneignen z.B. in Seminaren und Förderprogrammen
  3. Bewerbung als Quereinsteiger

Steinmetz oder Steinbildhauer: Was ist der Unterschied?

Die große Gemeinsamkeit lässt sich schnell erkennen: in beiden Berufsbildern wird mit Stein gearbeitet. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der beiden Berufe liegt also nicht darin, womit gearbeitet wird, sondern in der Art und Weise der Arbeiten.

Die Unterschiede

Im Mittelalter übernahmen Steinmetze die Rolle der Bauleiter und Architekten. Es wurde also schon früher viel Wert auf Geometrie, Maßgenauigkeit und Präzision gelegt. Diese Werte spielen für Steinmetze auch heute noch eine wichtige Rolle und bestimmen ihre Arbeit. Steinmetzarbeiten werden heute hauptsächlich für Restaurierungen und Denkmalschutz benötigt, bei denen maßgenaue Pläne angefertigt und die Arbeiten so präzise wie möglich ausgeführt werden müssen.

Steinbildhauer hingegen können als Künstler im Steingewerbe betrachtet werden. Sie arbeiten weniger nach Maß oder präzisen Plänen, sondern vielmehr bildhaft mit Modellen und Skizzen und kreieren Kunstwerke aus Stein. Die Arbeit der Steinbildhauer findet oft Anwendung beim Design und der Herstellung von Skulpturen und Grabsteinen, die dank der Fertigkeiten und Kreativität der Steinbildhauer ganz individuell gestaltet werden können.

Ausbildung zum Steinmetz oder Steinbildhauer?

Wer sich für einen der beiden Berufe interessiert, startet mit der gleichen Ausbildung. Im dritten Ausbildungsjahr können sich die Lehrlinge dann zwischen den Fachrichtungen Steinmetz oder Steinbildhauer entscheiden und eine Spezialisierung wählen. Wer sich im Laufe seiner Karriere als Steinmetz oder Steinbildhauer noch einmal anders entscheidet oder seinen Horizont erweitern möchte, dem bieten sich außerdem zahlreiche Weiterbildungen.

Steinbildhauerin arbeitet mit Meißel an einer Skulptur

Die Mischung macht’s: Handwerk ist Pflicht, Kunst ist Kür

Doch Achtung: Aufträge für Steinbildhauer:innen halten sich meist in Grenzen. Nur wenige können ausschließlich von der Kunst leben. Meist geht es darum, Treppen oder Ziermauern zu bauen oder Küchen und Böden auszugestalten. Aber: Kaum ein anderer Beruf vereint kreatives Arbeiten mit Naturmaterial mit handwerklichem Können so wie der des Steinmetz' oder Steinbildhauers. Und er bringt Freude beim Erschaffen von Dingen, die quasi für die Ewigkeit in Stein gehauen sind.

So viel verdient ein Steinmetz oder Steinbildhauer

Egal welchen Traumberuf man hat, er sollte vor allem drei Dinge in sich vereinen: Er sollte Spaß machen, er sollte Sinn und Befriedigung spenden, und er sollte genügend Geld zu Leben einbringen. Als Steinmetz oder Steinbildhauer kann man ohne Zweifel einen kreativen Beruf ausüben. Und man kann dabei sinnvolle Werke gestalten und am Ende des Tages seine Arbeit begutachten. Aber wie sieht es mit dem Gehalt aus? Kann man davon gut leben? Was verdient ein Steinmetz überhaupt?

Guter Lohn schon in der Ausbildung

Schon in der Lehre verdient der angehende Steinmetz oder Steinbildhauer vergleichsweise gut. Erst im Jahr 2021 wurden die tariflich festgelegten Ausbildungsgehälter deutlich angehoben. Und zwar für alle drei Lehrjahre. Ein Steinmetz verdient im ersten Jahr seiner Lehre nun 850 Euro brutto im Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt die Vergütung auf 950 Euro. Und im dritten Lehrjahr wandern monatlich 1100 Euro brutto ins Portemonnaie des angehenden Steinmetz und Steinbildhauer.

Allerdings gibt es auch Ausbildungsbetriebe, die keinen tariflich festgelegten Lohn zahlen. Hier kann das Gehalt entweder selbst verhandelt werden, oder es greift der Mindestlohn.

Gehalt kann nach der Ausbildung stark steigen

Nach der Ausbildung steigt natürlich auch das Gehalt. Als ausgelernter Steinmetz oder Steinbildhauer sind als Einstiegsgehalt 1700 bis 2000 Euro brutto im Monat drin. Viele Betriebe bezahlen in der Regel mehr als den gesetzlichen Mindestlohn – 2025 waren das 12,82 Euro pro Stunde.

Denn gerade der Fachkräftemangel, der auch in dieser Branche herrscht, spielt natürlich den Arbeitnehmer:innen in die Karten. Sie sind begehrt, können oft Ihr Gehalt abseits der Mindestlohntabellen mehr oder weniger frei aushandeln. Und mit der Berufserfahrung steigt das Gehalt weiter an. Auch durch Spezialisierungen, etwa in die Bereiche Denkmalpflege, Restauration oder Innenausbau kann das Gehalt steigen.

Die Zukunftsaussichten als Steinmetz

Hat ein Job als Steinmetz Zukunft? Wer die Branche kennt, wird die Frage im häufigsten Fall mit einem „Ja“ beantworten. Denn auch wenn die zunehmende Digitalisierung Steinmetzen die Arbeit erleichtern und in Teilen abnimmt, ist das Handwerk immer noch individuell und in vielen Fällen kreativ gefragt.

Steinmetz:in werden – quasi eine Jobgarantie

Durch die vielen verschiedenen Tätigkeitsbereiche eines Steinmetz‘, gibt es auch viele mögliche Arbeitgeber für diesen Job. Nicht nur Grabsteinbetriebe suchen Steinmetze und Bildhauer, auch Restauratoren, Kirchenbauämter, Werkstätten und die Baubranche sucht nach Steinmetzen.

Alles in allem scheinen die Zukunftsaussichten und Einstiegschanchen für einen Steinmetz überdurchschnittlich gut auszufallen. Wie fast alle Handwerksbetriebe suchen auch Steinmetze immer nach Nachwuchs. Das bietet gerade bei den Verhandlungen für ein späteres Gehalt eine gute Position. Und wer sich anschließend noch spezialisiert oder sogar die Meisterschule besucht, hat nicht nur Chancen auf einen krisensicheren Job, sondern kann letztendlich irgendwann sogar sein eigener Chef werden.

Arbeiten im Ausland als Steinmetz:in

Im Zuge der Globalisierung wächst auch die Bedeutung von länderübergreifenden Handwerksaufträgen. Neben Großkonzernen erhalten auch mittelständische Handwerksunternehmen immer häufiger Aufträge aus dem Ausland, denn deutsche Handwerkerinnen und Handwerker überzeugen mit einer guten Ausbildung und handwerklichem Geschick.

Steinmetzinnen und Steinmetze zieht es zum Beispiel sehr oft nach Carrara in Italien. Das Mekka der Steinmetze und Steinbildhauer ist weltbekannt und berühmt für den weißen Marmor, der dort abgebaut wird. 

Karriere als Steinmetz: Welche Spezialausbildungen gibt es?

Nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung gibt es für Steinmetze diverse Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Fort- und Weiterbildung

Weiterbildungen werden häufig in Form von Seminaren angeboten. Kenntnisse können beispielsweise in folgenden Fachbereichen vertieft werden:

  • Vertiefung der Bautechnik
  • Denkmalpflege
  • Restaurierung
  • CAD/CNC-Technik
  • Bau- und Friedhofsrecht
  • Unternehmensführung und Marketing

Meisterausbildung

Auch die Meisterausbildung im Steinmetzhandwerk steht in diesem Beruf zur Verfügung. Dafür benötigen Interessenten einige Jahre Berufserfahrung. Mit dem Meistertitel in der Tasche können sich Absolventen als Steinmetz oder Steinbildhauer selbstständig machen.

Studium

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung gibt es die Möglichkeit, ein Studium zu absolvieren und damit den Abschluss an einer Hochschule zu erreichen. Mögliche Studiengänge sind:

  • Bachelor of Engineering Bauingenieurwesen
  • Bachelor of Engineering Bauwirtschaftsingenieurwesen
  • Bachelor of Engineering Architektur
  • Bachelor of Arts Handwerksmanagement

Abschluss: Hier gibt’s Ressourcen rund um den Beruf Steinmetz

Wenn dich die Arbeit mit dem Material Stein reizt: Los geht’s! Dein Traumjob wartet vielleicht schon auf dich.